Aus der Forschung

Das Brandschutzwissen wächst. Dazu tragen nicht nur die Erfahrungsberichte von Praktikern wie Brandschutzplanern, Wartungsbetrieben und Feuerwehren bei. Baustoff- und Brandschutzhersteller forschen ständig an der Entwicklung neuer Produkte. Staatliche und private Hochschulen liefern regelmäßig neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Eine Auswahl dessen, was aus unserer Sicht für den vorbeugenden Brandschutz wichtig ist, veröffentlichen wir hier.

Neue Norm DIN EN 50710/VDE 0830-101-1

Zum 1. Mai 2022 ist die neue Norm DIN EN 50710; VDE 0830-101-1 „Anforderungen an die Bereitstellung von sicheren Ferndiensten für Brandsicherheitsanlagen und Sicherheitsanlagen“ veröffentlicht worden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ) hin. Brandsicherheitsanlagen umfassen Brandmelde-, Rauch- und Wärmeabzugs- (RWA) sowie Feuerlöschanlagen. Zu den Sicherheitsanlagen zählen unter anderem Einbruch- und Überfallmeldeanlagen, Videoüberwachungs- und elektronische Zutrittskontrollanlagen sowie Perimeter-Anlagen und Managementsysteme. Die neue Norm beinhaltet sowohl anwendungsübergreifende Mindestanforderungen an die Bereitstellung von Ferndiensten als auch anwendungsspezifische und zusätzliche Anforderungen. Zu den anwendungsübergreifenden Anforderungen zählen unter anderem der prinzipielle Aufbau der technischen Infrastruktur für den Fernzugriff und eine Risikobeurteilung sowie Prozessschritte, die vor, während und nach einem „Remote Service“ zu durchlaufen sind. Zudem enthält die Norm Empfehlungen über die Inhalte von Verträgen zwischen Anbieter und Auftraggeber.

ZVEI-Merkblatt zu Rufanlagen und IP-Vernetzung

Der ZVEI e. V., Verband der Elektro- und Digitalindustrie, hat eine überarbeitete Neuauflage des Merkblatts „Rufanlagen nach DIN VDE 0834 und IP-Vernetzung“ veröffentlicht. Die Neuauflage beschreibt mögliche und normativ unzulässige Konstellationen beim Einsatz von Rufanlagen. In praxisnahen Schaubildern wird Planern und Praktikern erläutert, welche technischen und organisatorischen Konstellationen zwischen Rufanlage und allgemeiner Informations- und Kommunikationstechnik zulässig sind und welche nicht. Das Merkblatt kann in seiner 2. vollständig überarbeiteten Auflage kostenlos als pdf-Datei auf der Internetseite des ZVEI heruntergeladen werden:

Merkblatt 33018 I 2022-03

Umfrage zur Überregulierung von Brandschutzanforderungen

Im Rahmen des Promotionsstudienganges Fire Protection & Safety entsteht eine Forschungsarbeit von Moritz Braun. Der Autor beschäftigt sich mit der Frage, ob seit dem Jahr 2020 eine mögliche Überregulierungen von Brandschutzanforderungen in Vorschriften bzw. bauaufsichtlichen Verfahren anhand bestimmter Indikatoren nachweisbar ist. Mit einer anonymen Online-Umfrage sollen Planende, Prüfende, Behörden, Feuerwehren und Brandschutzdienststellen bestmöglich miteinbezogen werden. Die Ergebnisse der Umfrage werden nach Abschluss der Forschungsarbeit im FeuerTrutz Magazin vorgestellt. Unter anderem geht es um folgende Fragen: Sind die materiellen Brandschutzanforderungen durch das Bauordnungsrecht zu hoch? Werden in behördlichen Verfahren zu hohen Anforderungen an den Brandschutz gestellt? Inwieweit ist eine Überregulierung des Brandschutzes überhaupt nachweisbar? Durch welche Kriterien kann der Überregulierungsbegriff definiert werden? Wer Herrn Braun unterstützen möchte, kann dies unter folgendem Link machen. Die Befragung läuft noch mindesten bis in den Monat Juli.

Untersuchung zur Regulierung von Brandschutzanforderungen

Leitfaden Ladeinfrastruktur

Will die Ampelkoalition das Ziel erreichen, bis 2030 rund 15 Millionen vollelektrische Pkw in den Verkehr zu bringen, muss der Ausbau der Ladeinfrastruktur massiv beschleunigt werden. Mit dem bisherigen Fokus auf Eigenheimbesitzende und öffentliche Ladeinfrastruktur greift die Politik zu kurz. Es ist mindestens genauso wichtig, den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern voranzubringen. Um die zentralen Bausteine zur Weiterentwicklung der Ladeinfrastruktur darzustellen und Wohnungsgesellschaften und Immobilienbesitzende beim Aufbau von Ladeinfrastruktur für ihre Mieterinnen und Mieter zu unterstützen, haben der GdW, der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und der Verband der Automobilindustrie (VDA) einen Leitfaden veröffentlicht (siehe Link weiter unten). Die Errichtung von Ladeinfrastruktur in großen Wohn- und Mietshäusern ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Energiewende. Erst, wenn das Zuhause-Laden auch für die Bewohnerinnen und Bewohner größerer Wohneinheiten funktioniert, kann die Zukunftsvision von E-Fahrzeugen als Speicher für vor Ort erzeugte regenerative Energie Wirklichkeit werden. Werden E-Fahrzeuge in das Hausnetz eingebunden, können zudem Spitzen im Stromangebot und der Stromnachfrage ausgeglichen werden.

Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern und Quartieren forcieren

TU Braunschweig: Numerische und experimentelle Untersuchungen von Polymerbrandlasten in kerntechnischen Anlagen zur Verbesserung der Prognosefähigkeit von Brandsimulationen

An der technischen Universität Braunschweig läuft noch bis zum Jahr 2022 ein Projekt, das das sicherheitsrelevante Gefährdungspotential von Bränden elektrischer Leitungsanlagen für in Betrieb und im Rückbau befindliche Kernkraftwerke untersucht. Unter anderem sollen im Forschungsvorhaben „numerische und experimentelle Untersuchungen von Polymerbrandlasten in kerntechnischen Anlagen zur Verbesserung der Prognosefähigkeit von Brandsimulationen“ (FKZ: 1501565) anhand von klein- und mittelskaligen Brandversuchen Brandsimulationsmodelle für den Anwendungsfall „Kabelbrand“ validiert werden.

Technische Universität Braunschweig | Forschung im Fachgebiet Brandschutz